Schwedentratsch am Freitag: Zum Dritten

Hej meine Lieben!
In letzter Zeit ist mein Blog wirklich sehr schwedenlastig, vielleicht sollte ich die Design-Veränderung damit beginnen, alles in blau-gelb zu halten?
Dadurch das in den vergangenen Tagen alles ein bisschen, wie soll ich sagen… Unvermittelt und so plötzlich auf einmal kam, tu ich mir schwer, einen Anfang für diesen Post zu finden. Es war doch alles ganz anders geplant! Also nicht im Bezug auf Schweden, sondern auf die Blogposts. Gefühlt hunderttausend Bilder, deren Aufnahme allesamt schon Ewigkeiten zurückliegt, Millionen Wörter und Gefühle die ich in zahlreichen Befreien und Nachgedacht Posts mit euch teilen wollte. Ich glaube, ich darf euch und mir selbst keine Illusionen machen, dass ich das nicht alles mit euch teilen kann, wenn ich nicht täglich anfange zu posten. (Aber keine Sorge, dazu wirds nicht kommen.)
Deshalb mache ich ganz ungeplant mit meinen Schwedentratschfreitagen weiter, versuche halbwegs geordnet all die Erlebnisse aufzuzählen.

Donnerstag vor einer Woche, ca. 19:30 Uhr. Ich, ganz erschöpft vom Ausflug (meine Kondition!), erstmal hinauf in mein Zimmer. Schwedengedanken? Relativ weit entfernt in diesem Moment. Mama, ganz unaufgeregt, schreit ebenfalls ziemlich erschöpft (wer außer Mama hätte in diesen Momenten ans Postkasten-Öffnen gedacht?) zu mir hinauf: “Lisa, da ist ein Brief von YFU…” Ich, zurückschreiend, halb aufspringend, neue Energien freisetzend: “Mama, was? Wie kannst du das nur so normal sagen?” um nachzusetzen: “Ahhhh, meine Gastfamilie! Mama, PAPA, das ist sicher meine Gastfamilie!” Hinunterhechtend, beinahe die Treppen runterfallend, reiße ich die drei Blätter, die Mama gerade aus dem Brief herausgenommen hatte, an mich. (Ich neige zur Dramatik, aber ich habs in dem Moment tatsächlich so empfunden!) Ich überfliege die Zeilen, lese Name, Adresse. Sofort Laptop starten, nachschauen, wo ich für ein Jahr leben werde! Ich lese: Drei Geschwister, kleines Dorf, Pferde, Hunde, Katzen. Und der Traum wird vervollständigt, als auf Google Maps der Punkt, der mir anzeigt, wo dieses Dörfchen liegt, ganz im Süden erscheint.

In der Euphorie ganz überlesen: Arrival family. Soll heißen, dass ich bei dieser Familie nur die ersten vier bis sechs Wochen leben werde. Aber, und das ist das ganz riesengroße Plus: Das heißt auch, dass ich in dieser Region bleiben werde. Denn soweit ich weiß, wird ein Schulwechsel immer möglichst vermieden. Die Familie sieht total lieb aus, wir haben auch schon Mails geschrieben und mit meiner 15-jährigen Gastschwester bin ich via Facebook in Kontakt. Mein Gastbruder ist 13, was total ungewohnt für mich sein wird, weil ich ja als Einzelkind aufgewachsen bin. Vor meiner Abreise wollen wir auch noch unbedingt skypen. Als Gastgeschenke hab ich auch schon einiges geplant, vor allem im Bezug darauf, dass sie mehrere Tiere haben und ich von meinen geliebten Pferden umgeben sein werde. Viel mehr weiß ich momentan auch gar nicht über die Familie. Ich kann euch nur verraten, dass ich mich unglaublich darauf freue, sie kennenzulernen, mit ihnen für ein paar Wochen zusammenzuleben. Und ich natürlich jetzt mehr denn je an mein Schwedenleben denke. 🙂

Bilder via Pinterest

Die zweite, ganz riesengroße Neuigkeit ist folgende: Eine ehrenamtliche, schwedische YFU-Mitarbeiterin hat mich angeschrieben um mich zu fragen, ob ich in jeder Ausgabe eines von YFU Schweden herausgebenen oder “nur” mitgestaltenen (so ganz hab ich das noch nicht herausbekommen) Magazin eine Seite über mein Austauschjahr, meine Erlebnisse und alles andere schreiben will. Ehrlich gesagt habe ich relativ große Bedenken, denn mein Englisch ist wirklich alles andere als perfekt und von meinem Schwedisch ganz zu Schweigen, so viel Spaß mir die Sprache auch macht. Ich habe nun also zugesagt, unter dem Vorbehalt, nicht garantieren zu können, dass sich doch etliche grammatikalische Fehler einschleichen. Die erste Ausgabe erscheint schon in drei Wochen, das heißt, ich soll jetzt schon mit meinem ersten Artikel über Vorbereitungen etc. schreiben. In den späteren Ausgaben soll ich das Ganze dann auf Schwedisch schreiben. Wünscht mir Glück, das Alles klappt! 🙂
Kein Schwedentratsch-Post jedoch ohne ein paar Vokabeln.^^

Veckodagar – Wochentage
Min syster är 15 år. – Meine Schwester ist 15 Jahre (alt).
Tack så mycket. – Vielen Dank!

Ich habe zudem ein kleines Zeitproblem momentan. Sie rast regelrecht an mir vorbei, sodass ich ganz übersehen habe, dass es mit heute nur mehr 18 Tage sind! Jetzt wird mir doch bewusst, wie nah das vor ein paar Monaten unglaublich ferne Abenteuer schon ist.

Ich belasse es für heute bei diesen Worten. Ich hoffe außerdem, ich überfordere euch nicht mit meinem überschwänglichem Schwedengetratsch.^^
Alles Liebe und ein wundervolles Wochenende!
Eure Liz.

5 Comments

  1. Lilly July 25, 2014

    danke 🙂 ich find auch dass man gerade bei kürzen trips nicht das perfekte hotel braucht, wenn man dort eh nur zum schlafen ist!
    und ich kann mal wieder sagen,dass ich deinen schwedentratsch echt mag und freut mich,dass du dich so auf deine familie dort freust!
    und vielleicht ist es ja auch eine gute übung wenn du dort für dieses magazin schreibst 🙂

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  2. Christine July 26, 2014

    Das hört sich wirklich ganz perfekt für dich an. Landschaftlich scheint es dort ja wirklich wunderschön zu sein und mit der Familie scheinst du auch Glück zu haben. Ich hoffe das Leben mit Geschwistern wird nicht so ungewohnt für dich. Die können einem, bei aller Liebe, schon mal ganz schön auf die Nerven gehen. 😉

    Ist doch logisch, dass in solchen Phasen immer sehr viel passiert und man sich manchmal geradezu erschlagen von all den Ereignissen fühlt. Das würde wohl jedem so ergehen.

    Es kann halt in verlassenen Gebäuden ja auch durchaus mal etwas gefährlich werden. Die sind ja nicht umsonst oft umzäunt oder so. Da sollte man sich nicht unbedingt einfach so herumtreiben.
    Der Behördenweg ist manchmal auch unglaublich nervig… also ich habe schon oft bei Shootings erlebt wie nervig das mit Locations werden kann. Die wollen es einem manchmal echt schwer machen und man kriegt dann für viele Dinge sowieso keine Erlaubnis…
    Aber in so ein Gebäude würde ich mich für ein Shooting dann doch nicht hinein trauen.

    Eben. Wir müssen auch mal einen Vorteil aus gewissen Klischees ziehen und hin und wieder eben die Mädelsschiene fahren. ^^

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  3. Sarah ♥ July 26, 2014

    Die Bilder sehen wunderschön aus, ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß in Schweden 🙂

    sarah.fashion.over-blog.de/

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  4. Julie July 29, 2014

    Schöne Bilder. 🙂

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  5. Sarah July 30, 2014

    Das klingt wirklich trauhaft, drei geschwister und Pferde perfecto! 🙂

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